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ABA-Intervention bereits bei Kindern ab einem Alter von 18 Monaten

Autismus-Intervention wirkt bereits bei Kindern ab einem Alter von 18 Monaten

Von LINDSEY TANNER, AP Medical, Autor Lindsey Tanner – Montag, 30. November 2009

CHICAGO- Die erste rigorose Studie über die Anwendung von Verhaltensintervention bei autistischen Kindern ab einem Alter von nur 18 Monaten, hat herausgefunden, dass sich die Symptome durch eine zweijährige Therapie stark verbessern können, was oft eine abgeschwächte Diagnose zur Folge hat.

Die Studie war klein – nur 48 Kinder, die an der University of Washington evaluiert wurden - aber die Ergebnisse waren so ermutigend, dass sie nun auf einige andere Stätten ausgedehnt wurde, wie Geraldine Dawson, der wissenschaftliche Amtsleiter der Interessensgruppe „Autism Speaks“ mitteilt. Dawson, ein ehemaliger Professor der University of Washington, leitete das Team dieser Studie.

Die frühzeitige Intervention bei Autismus bekommt immer mehr Aufmerksamkeit, ist aber nach wie vor umstritten, da es kaum entscheidende Beweise gibt, die zeigen, dass sie wirklich wirkt. Die Studie sei daher „ein bedeutender Meilenstein“, meint Tony Charman, ein Spezialist für Autismusförderung an dem Institut für Erziehung in London.

Es gibt außerdem einen immer größer werdenden Zuspruch, dass Autismus so früh wie möglich diagnostiziert werden sollte und die Studie zeigt, dass dies zu einer frühzeitigen und effektiven Intervention führen kann, wie Laura Schreibmann meint, eine Autismus-Forscherin der University of California in San Diego.

Die Studie wurde vom National Institut of Mental Health finanziert und wurde am Montag im „Pediatrics“ publiziert.

Kinder im Alter von 18 bis 30 Monaten, die per Zufall ausgewählt wurden, erhielten entweder eine Verhaltensintervention durch Therapeuten und Eltern, genannt das „Early Start Denver Modell“ oder sie wurden an eine andere Stelle weitergeleitet, um eine weniger umfassende Förderung zu erhalten.

Die Therapie ist vergleichbar mit anderen Arten von Verhaltensinterventionen im Bereich Autismus. Der Schwerpunkt lag bei der sozialen Interaktion und der Kommunikation, zwei Bereiche die für viele autistische Kinder schwierig sind. Zum Beispiel hielten Therapeuten oder Eltern wiederholt ein Spielzeug neben das Gesicht des Kindes, um das Kind zum Blickkontakt zu bewegen, was ein häufiges Problem bei Autismus ist. Oder sie belohnten Kinder, wenn diese Wörter nutzten, um nach Spielzeug zu fragen.

Die Kinder dieser spezialisierten Gruppe wurden vier Stunden täglich und fünf Tage die Woche von Therapeuten gefördert und mindestens fünf Stunden wöchentlich durch die Eltern.

Nach zwei Jahren waren die IQs der Kinder aus der spezialisierten Gruppe um durchschnittlich 18 Punkte gestiegen, gegenüber 7 Punkten bei den anderen Kindern. Sprachfähigkeiten verbesserten sich ebenfalls mehr in der spezialisierten Gruppe. Beinahe 30 Prozent der Kinder der spezialisierten Gruppe erhielten nach zwei Jahren eine neue Diagnose, mit einer weniger ausgeprägten Form von Autismus, gegenüber 5 Prozent der anderen Kinder. Kein Kind wurde als „recovered“ betrachtet.

Ashton Faller aus Everett, Wash., begann die spezielle Behandlung mit einem Alter von zwei Jahren.

„Er hatte keinerlei verbale Sprachfähigkeiten, keinen Blickkontakt und war sehr in sich gekehrt“ erinnert sich seine Mutter, Lisa Faller.

Innerhalb von zwei Jahren machte Ashton unglaubliche Fortschritte. Heute ist Ashton fast sechs, besucht einen Regelkindergarten und obwohl er nach wie vor eine leicht verzögerte Entwicklung in seinen sozialen Fähigkeiten aufweist, können andere nur schwer glauben, dass er autistisch ist, sagt Faller.

Die Intervention ist teuer, die Teilnehmer zahlten nicht, aber sie kann, laut Dawson, bis zu $50.000 jährlich kosten. Einige Staaten verlangen von den Versicherungen die Kosten zu decken und „Autism Speaks“ setzt sich für die Expandierung solcher Gesetze ein.